Amt der Tiroler Landesregierung
Landesbaudirektion
Hochbau
 

Restaurierung 
der
Triumphpforte
Innsbruck

Bauherr - Planung - Bauleitung

Bauherr Republik Österreich

Projektleitung:

Amt der Tiroler Landesregierung 
Landesbaudirektion, Abt. Hochbau

Vorstand:
Hofrat Dipl.-Ing. Ewald Flir

Projektleiter und Örtliche Bauaufsicht: 
Ing. Salchner

Restaurierung:
Leitung:   Bundesdenkmalamt
Univ.Doz.Dr. Koller
 Hofrat Dr. Caramelle
 Arch. Dipl.-Ing. Jud
 

Restaurator:  Felix Mackowitz, Innsbruck 
 

Lichtplanung 
Bartenbach Lichtlabor, Aldrans


 

Zahlen - Daten - Fakten
 

Arbeitsbeginn:  Juni 2000
Gesamtfertigstellung : September 2000
Gesamtbaukosten; ATS 1,000.000.-    (EUR 72.000.-)
 
 


 
 
 

GESCHICHTLICHES

Aus Anlaß der Hochzeit Erzherzog Leopolds mit der spanischen 
Infantin Maria Ludovica im Juli/August 1765 wurde 
vom Stadtmagistrat an der Grenze zu Wilten für den Empfang 
des von Süden kommenden Brautpaares die Triumphpforte erbaut.
Als Material dienten die Quader des im Februar des Jahres 
abgebrochenen Vorstadttores. Entwurf und Bauleitung CONSTANTIN WALTER 
unter Verwendung der Vorlagendes Konstantinbogens, 
eine ähnliche Triumphpforte war 1739 für den 
Einzug Maria Theresias und Franz Stephans 
mit der Porta di san Gallo in Florenz errichtet worden. 
Mit dem plastischen Schmuck, wegen Zeitknappheit provisorisch 
in Holz und Gips dargestellt (spätere Marmorausführung wurde in aussicht gestellt), 
wurde der Salzburger Hofstatuarius JOHANN HAGENAUER betraut. 
An einem Pyramidenaufsatz an der Südseite hin zur Plastik aufsteigendem 
Relief die Göttin der Unsterblichkeit, Lorbeerkränze über das Kaiserpaar haltend; 
dazwischen Aufsatz mit Inschriften. Seitlich über der Attika Puttengruppen 
und Trophäen. In der Attika über dem Mittelportal Inschrift, 
seitlich Basisreliefs Österreich und Tirol in symbolischer Darstellung. 
Über dem kleinen Seitenbogen Nischen mit den Büsten des Brautpaares. 
Gegen Norden entsprechend Göttin der Gückseligkeit über dem Kaiser 
und Basisreliefs: Inn, Kunst, Wissenschaft und Ackerbau. 
Ende Juni 1765 war die Ehrenpforte fertiggestellt. 
Durch den Tod Kaiser Franz Stephans am 
18.August 1765 wurde für die Marmorausführung 
(Ratschingser Marmor) nach dem Programm des Freiherrn Josef von Sperges 
ein neues Programm ausgearbeitet und die Arbeit (erst 1774) dem Bildhauer 
BALTHASAR MOLL übertragen. Gegenüber dem Entwurf bedeutet das neue 
Konzept eine starke Reduktion im Sinne aufklärerischer Kühle. 
Letzte Restaurierungen 1954/55 durch Bildhauer FRANZ ROILO  und
1984 durch Dr. POHL.
 
 


 
 

RESTAURIERUNG UND KONSERVIERUNG 2000
REINIGUNG:

Die Reinigung des ganzen Objektes wurde, in die Reinigung 
der Breccie und die des Marmors unterteilt.

Reinigung Breccie:

Mechanisches Entfernen des Taubenkots und Neutralisieren des Untergrundes. 
Die Reinigung der Breccie erfolgte mit Wasserdampf unter geringem 
Druck und ohne chemische Hilfsmittel in mehreren Durchgängen. 
Zur Anwendung kamen jedoch mechanische Hilfsmittel wie weiche Bürsten. 
Von einer Reinigung im Sandstrahlverfahren war abzuraten, um einen 
Substanzverlust an dem ohnedies problematischen 
Werkstoff Nagelfluh zu vermeiden.

Reinigung Marmor:

Die Reinigung des Ratschingser Marmors erfolgte ausschließlich mit Wasserdampf, 
Zellstoffkompressen zum Anweichen von Verkrustungen und Aceton zum 
Lösen alter Konservierungen.Das Hauptaugenmerk dieser Reinigung 
wurde auf das Lösen der Paraloid Konservierung aus den 80 er Jahren gelegt, 
um den Stein in seine ursprüngliche Reinheit zurückzuführen.

An der Attika war an den Brecciepartien eine gezielte Antimoosbehandlung 
ebenso unerläßlich, wie die Reinigung und Konservierung der Halterungen und 
Klammern aus Metall an den Figuren und Vasen. 
Auch war eine gesonderte Reinigung 
der Vergoldung und der Buchstaben von Nöten. 
Diese Arbeiten wurden nach der Steinreinigung vorgenommen.
 
 
 



 
 
 
 
 
 
 
 

 


 
 


 
 

4 Fotos:

                Felix Mackowitz, Innsbruck 
 

 

RESTAURIERUNG

Noch vor der Reinigung wurden etwaige Brüche, Absandungen und Risse 
im erforderlichen Umfang mit Kieselsäureester vorverfestigt, 
offene und kranke Fugen sowie schadhafte Ablösungen wurden vorsichtig gelöst 
und entfernt. Aufgelagerter Schmutz und Staub wurden abgesaugt, 
um bei der Reinigung ein zusätzlisches Eindringen der Schadstoffe in den 
Stein zu verhindern.Am Ratschingser Marmor sind Brüche,
Abplatzungen und Fehlstellen geschlossen und ergänzt worden. 
Diese Restaurierungsmaßnahmen erfolgten mit dem 
Originalstein kompatiblen Materialien, wie Primalmörtel, Marmormehl in 
verschiedenen Körnungen und Weisszement.
Marode und schadhafte Anschlüsse zu den Blechen wurden überprüft 
und neu gesetzt, um dem Wasserfluß vorzubeugen. 
 
 


 
 

KONSERVIERUNG

An der Breccie war eine  leichte Konservierung mit Kieselsäureester mit 
hydrophobierender Wirkung durchaus angebracht, jedoch hat sich diese 
Konservierung auf die Oberfläche des Steins beschränkt, um statisch wirkende 
Oberflächenverglasungen zu vermeiden. -  Kieselsäureester, verdünnt, leicht geflutet-
Am Marmor ist eine natürliche und mit dem Stein abgestimmte Mehlsubstanz 
einmassiert worden, um die Poren und Risse zu schließen. 
Die Obefläche wurde damit verkleinert, um Schadstoffen eine möglichst geringe 
Angriffsfläche zu bieten. (große Witterungsbeständigkeit, substanzschonend für den Originalstein).
Halterungen und Klammern aus Metall wurden gegen Rost behandelt 
und mit Lack überzogen.

©feilfoto-axmas
26.10.2000