PULVERTURM

Dokumentation2000
RESTAURIERBERICHT INNSBRUCK PULVERTURM FASSADE


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STANDORT:       Fürstenweg 189
OBJEKT: Fassadenflächen des ehemaligen Pulverturms
FRAGESTELLUNG:  Konservierung und Restaurierung der Fassadenflächen
DATIERUNG:      1570    Erzherzog Ferdinand II errichtet verschiedene Gebäude
1786    Neubau (Interpretation 1)
M.19.Jh.        Interpretation 2
um 1900 Interpretation 3
1972-75 Restaurierung durch Ghetta
1984    Restaurierung durch Schwenniger

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2       UNTERSUCHUNG
2.1     METHODE
Grundlage für die Restaurierung ist ein bereits vorliegender
Untersuchungsbericht, welcher wie folgt beschrieben werden kann: anhand von
Untersuchungsfenstern bzw. anhand einer Sichtuntersuchung wurde die
Interpretationsgeschichte der Fassadenflächen rekonstruiert. Diese
Untersuchungspunkte sind in einer nachfolgenden Referenztabelle nach
historisch-ästhetischen und schadensphänomenologischen Gesichtspunkten im
Detail beschrieben. Dort sind sie Referenzpunkte, die die
Argumentationsgrundlage, die In-formationsbasis für den allgemeinen Vorspann
bilden, mit dem sie über Fußnotenverweise verbunden sind. Die Menge und der
Ort der Referenzpunkte ist abhängig von der Komplexität der
Interpretationsgeschichte und der für die Entwicklung eines nur auf das
Objekt bezogenen Restaurierungskonzeptes notwendigen Präzision. In dieser
Referenztabelle sind dann wiederum als Referenzpunkte auch Zwischenzustände
und Endzustände beschrieben, die relevant für die Argumentationslinien
eines so und genau so gearteten Restaurierungsergebnissen sind. D.h. der
Ort und die Menge der Referenzpunkte stehen in funktionalem Zusammenhang mit
restaurierkonzeptrelevanten Fragestellungen in historisch-ästhetischem und
technischem Sinn. Die Menge der Untersuchungsfenster, die immer auch
Zerstörung sind, ist damit auf ein Mindestmaß reduziert.
einer Kurzzusammenfassung folgt die genannte Referenztabelle, wobei erstere
mit letzterer über Fußnoten verbunden ist, so daß die getroffenen Aussagen
über die Referenzpunkte ihre Argumentationsgrundlage bekommen. 
dort entsprechend nachvollziehbar.
Letztlich folgt ein Resumeé als Kurzzusammenfassung
mit der Möglichkeit, einen schnellen Überblick über die
Restaurierung zu bekommen und ein Pflege- und Reparaturkapitel mit ganz
groben technischen Angaben mit Materialdefinierung bzw. Reinigungsmethoden,
die Reparatur- und Pflegeschäden verhindern.

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2.2     INTERPRETATIONSGESCHICHTE
Hinsichtlich der Interpretationsgeschichte wird auf den bereits bestehenden
Untersuchungsbericht verwiesen. 
2.3     ZUSTAND
Der Zustand des Mörtels ist in sämtlichen Putzphasen gut bis sehr gut, dies
betrifft ebenso die Haftung am Untergrund. Einzig die innere Festigkeit des
barocken Kalkmörtels ist stellenweise reduziert. Dies betrifft auch die
Neuverputzungen aus der Interpretations-phase 3, bzw. kleine Reparaturen der
Interpretationsphase 4. Massives Kreiden der bei-den letzten Kalkanstriche
(Interpretation 3 und 4), auf atmosphärische Begebenheiten zu-rückzuführen.
Dieses Schadensbild ist derart massiv, dass dringend eine Fixierung dieser
Malschichten notwendig ist.

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3       KONZEPT
3.1     HISTORISCH-ÄSTHETISCHES KONZEPT
Da sich die spätbarocke Architekturmalerei nur noch in Fragmenten erhalten
hat und auch die dazugehörende urspr. Putzoberfläche aus dieser Zeit in
einem sehr reduzierten Ausmaß vorhanden ist (vgl. dazu Fassadenkartierung:
das Ergebnis der Oberflächenkar-tierung zeigt deutlich, daß eine Freilegung
und Restaurierung der urspr. Interpretation aus dem Jahre 1786 zu einem
äußerst reduzierten Erscheinungsbild geführt hätte) hat man sich gemeinsam
mit Bundesdenkmalamt und Bauherrn entschlossen, die heute sichtbare
Interpretation aus dem Jahre 1984 an der Ostfassade und die Interpretation
aus dem 1970er Jahren an den verbleibenden Fassadenflächen zu restaurieren.
 

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3.2     TECHNISCHES KONZEPT
Reinigung der Fassade mit reinem Wasser und weichen Bürsten. Dadurch wurde
der kreidende letzte Kalkanstrich reduziert, um wiederum eine Grundfläche
für den neuen Kalkanstrich zu bekommen.
Reinigung der Malereien von 1775 bzw. 1984 mit Wishab  zur Reduzierung der
oberflächlichen Schmutzablagerungen.
Abnahme von losen Putzschollen an den Wandflächen, jene an den Malereien
wurden mit einem hydraulischen Injektionsmörtel (Produkt 6001 der Fa.Bresciani ) hinterfüllt.
Festigung der Malereien mit einem Ionenaustauscherharz (Amber SOH) .
gleichzeitig damit werden die Vergipsungen wiederum in Calciumhydroxid
umgewandelt dadurch, dass das Anion SO4 mit dem Anion OH ausgetauscht wird,
sodaß aus dem Calciumsulfat (Gips) Calciumhydroxid, d.h. gelöschter Kalk
entsteht, der durch die Aufnahme des Kohlendioxides der Luft wiederum zu
Calciumcarbonat reagiert. D.h. es wird Gips zu Kalk umgewandelt, wodurch
eine Festigungswirkung erreicht wird. Problematisch waren die dunklen
Farbtöne, die von vorn herein nur geringfügig gebunden waren. Diese wurden
zusätzlich mit einer 5%igen Primal AC 33-Lösung  in destilliertem Wasser gefestigt.
Niveaugleiches, kantensauberes und texturangepasstes Schließen sämtlicher
Fehlstellen am Putz mit einem reinen Kalkmörtel (Kornzuschlag 0,2 mm). Sie
wurden in der Oberfläche verrieben und dadurch der bestehenden
Putzoberfläche angepasst.

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Retuschierung der Fehlstellen an der Malerei, teils auch mit großflächigem
Übergehen mit Kalk und Pigmenten, wobei die dunklen Schattentöne in der
Acryldispersion Primal AC 33 (7%ige Lösung in Wasser) gebunden wurden. Das
Konzept des teils großflächigen Übergehens ist darin begründet, dass die
Farbigkeiten jeweils korreliert wurden. Die Far-bigkeiten zwischen den
einzelnen Fassaden waren nämlich stark unterschiedlich, sodaß sie sich auch
als einzelne Malereien ohne gleichmäßigen Farbzusammenhang definier-ten.
Kalktünche an den Flächen in gebrochenem Weiß.

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5       PFLEGE UND REPARATUREN
Im Zuge möglicher anfallender Reparaturen am Putzmaterial bzw. am Anstrich
schlagen wir die Verwendung von reinem Kalkmörtel bzw. Kalk vor. Alternative
Systeme können zu Langzeitschäden führen.
6       DOKUMENTATIONSDATEN
ARBEITSZEITRAUM:        Dezember 2000

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Innenaufnahmen

Treppenhaus 1.Stock
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Treppenhaus 2.Stock
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Fitnessraum 2.Stock
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Fitnessraum 2.Stock
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Fitnessraum 2.Stock
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Fitnessraum 2.Stock
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QuickTime. mov vom Fittnessraum

Fresken im Gymnastkraum
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Fresken im Gymnastkraum
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Fresken im Gymnastkraum
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weitere Bilder und Daten folgen

04.07.2001
feilfoto.at