Amt der Tiroler Landesregierung
Landesbaudirektion
Hochbau
 

 Patsch Patscherkofel 6
Klimahaus Patscherkofel
Forstliche Bundesversuchsanstalt 
Institut für Immissionsforschung u. Forstchemie 
ABT. Forstpflanzenphysiologie


©feilfoto-axams
1c.jpg
Das heutige Gebäude wurde von der Tiroler Wildbach- und Lawinenverbauung als Klimabiologische Versuchsanstalt bereits in den Jahren 1957-1960 unter der Leitung Prof. Aulitzkys errichtet und in den Folgejahren mit den für den Forschungsbetrieb geplanten Einrichtungen und Geräten ausgestattet. In Windkanälen sollte der Einfluß des rauhen Klimas an und über der Waldgrenze auf die Lebensfunktionen der Bäume erforscht, und mit Hilfe der gewonnenen wissenschaftlichen Erkenntnissen die schwierige Wiederaufforstung ehemals entwaldeter Lawinenhänge in Hochlagen unterstützt werden. Neben der technischen Verbauung sollte die biologische Verbauung durch Aufforstung, einen nachhaltigen Schutz vor Lawinen und Erosion sicherstellen. Aus organisatorischen Gründen wurde nach einigen Jahren die Forschungsstelle für Lawinenvorbeugung mit dem Klimahaus von der Wildbach- und Lawinenverbauung abgetrennt und als Außenstelle für subalpine Waldforschung dem Institut für Lawinenkunde der Forstlichen Bundesversuchsanstalt (FBVA) angegliedert. Als Leiter dieser Außenstelle wurde Prof. Tranquillini bestellt, der zugleich als Leiter der Abteilung Forstpflanzenphysiologie der hauptsächlich im Klimahaus durchgeführten ökophysiologischen Forschung vorstand. Im Zuge einer neuerlichen Strukturreform der FBVA wurde 1994 die Außenstelle für subalpine Waldforschung aufgelöst und deren Abteilungen anderen Instituten der FBVA zugeordnet. Die Abteilung Forstpflanzenphysiologie mit dem Klimahaus kam zum Institut für Immissionsforschung und Forstchemie. 
Durch die Generalsanierung wurden im Klimahaus nun wieder beste Voraussetzungen für die baumphysiologische Forschung an der Waldgrenze geschaffen. Neben Klimaaufzeichnungen und Ozonmessungen läuft zur Zeit ein umfangreiches Forschungsprojekt über die Reaktionen von Waldbäumen verschiedenen Alters auf normale und erhöhte Ozonbelastung. Relevante Fragestellungen betreffen die Ozonaufnahme und -entgiftung, Ozon als Einzelstressfaktor und bei Mehrfachstress und die Ozonrisiko-Abschätzung. Andere Projekte wie Untersuchungen zu Fragen der CO2-Bilanz (CO2-Steuer), zur erwartenden Klimaerwärmung und zu anderen aktuellen ökophysiologischen Problemen (Analyse von Baumschäden, Verjüngung des Schutzwaldes, Zuwachsanalysen, Wasserhaushaltsfragen, Frost- und Trockenresistenz) wurden und werden schwerpunktmäflig ebenfalls im Klimahaus durchgeführt.



©feilfoto-axams
2c.jpg
Es ist durchaus verständlich, dass 40 Jahre nach Planungsbeginn die technische Ausrüstung für die erforderlichen Forschungszwecke, insbesondere die überdimensionalen Maschinen zur Kälte- und Winderzeugung überholt waren. Weiters waren gravierende sicherheitsbezogene Mängel hinsichtlich Brandschutz, Brandmeldeanlagen, Sicherheitsbeleuchtung und Verteiler, sowie überholter Lichttechnik etc. vorhanden.
Das Gebäude wurde in Massivbauweise ausgeführt und mit dem vor Ort vorhandenen Naturstein verkleidet.
Vermutlich wegen mangelnder Wärmedämmung und wegen der heftigen Stürme, welchen das Haus an seinem exponierten Platz extrem ausgesetzt ist -das Regenwasser wurde verschiedentlich durch die Risse des Bruchsteinmauerwerkes gepresst- ist zu einem späteren Zeitpunkt eine Verkleidung aus weissen Eternit-Fassadenplatten in Verbindung mit Glaswolleisolierung angebracht worden.

Diese unansehnliche Verkleidung verstärkte das massige und die alpine Landschaft empfindlich störende Erscheinungsbild. Der hohe Energieverbrauch bedingte, dass nur mehr wenige Räume beheizt wurden und derart auch der Forschungsbetrieb nur mehr in einge-schränktem Maße durchgeführt werden konnte.
Aufgrund des desolaten Zustandes der Bausubstanz war aus Sicht der zuständigen Baudienststelle nur eine umfassende Generalsanierung des Gebäudes als zielführend zu betrachten. Daher wurde im Jahre 1994 Architekt Dipl.Ing. Hans Loch mit der Planung für dieses Bauvorhaben betraut. Seine Aufgabe war es auch eine Kostengegenüberstellung einerseits, für einen Abbruch des Gebäudes und Errichtung eines verkleinerten Neubaues an dieser Stelle und andererseits für eine Generalsanierung des bestehenden Gebäudes durchzuführen. 
 


©feilfoto-axams
3c.jpg

©feilfoto-axams
4c.jpg
 Aus finanziellen Gründen fiel die Entscheidung zugunsten einer Generalsanierung aus; 
ganz abgesehen von baurechtlichen Problemen nach erfolgtem Abbruch des Altbestandes. Da sich dieses Gebäude im Freiland befindet, hätte man bei einer Neuerrichtung ein erforderliches Flächenumwidmungsverfahren durchführen müssen und ebenso ein naturschutzrechtliches Genehmigungsverfahren abwickeln müssen.

Nach Erteilung der baubehördlichen Bewilligung für die Umbau- und Sanierungsarbeiten wurde in einer ersten Sanierungsetappe in den Jahren 1996 bis 1998 die Aussenhaut des Gebäudes generalsaniert. Im Einzelnen wurden dabei folgende bauliche Maßnahmen durchgeführt:
die Eternitfassade mit Glaswolldämmung wurde entfernt, das Steinmauerwerk saniert und mit einer wirksamen, raumseitigen Wärmeisolierung versehen. Wo dies nicht möglich war, wurde eine aussenseitige Verkleidung mit Lärchenschindeln und einer Steinwolldämmung angebracht. Sämtliche Fenster wurden aus energiewirtschaftlichen Gründen erneuert und mit einer 3-fach Isolierverglasung versehen. Anstelle des angerosteten Zinkblechdaches wurde ein neues Kupferdach aufgebracht. In diesem Zuge wurde auch der Dachstuhl saniert. Weiters wurde der desolate Glashausanbau durch ein neues Glashaus mit Stahl-Aluminium-Konstruktion ersetzt.


©feilfoto-axams
5c.jpg

©feilfoto-axams
6c.jpg
In den Jahren 1999 und 2000 wurde in einer zweiten Sanierungsetappe das Gebäudeinnere generalsaniert. Hiebei wurden die haustechnischen Anlagen, wie Sanitäreinheiten, die gesamte elektrotechnische Gebäudeausrüstung sowie die Heizungsanlage  auf den letzten Stand der Technik gebracht. Weiters wurden sämtliche Bodenbeläge samt Unterböden saniert und die im Zuge des Bauverfahrens vorgeschriebenen Brandabschlußtüren eingebaut. 

Nicht zuletzt darf mit Genugtuung festgestellt werden, dass, abgesehen von gleichzeitig erfolgten Verbesserungen der Innenausstattungen und einer beträchtlichen Energieeinsparung sich das Bauwerk nunmehr wesentlich harmonischer in das alpine Gelände einfügt als zuvor.

Architekt Dipl.Ing. Hans Loch hat bei der Planung dieser Generalsanierung äußerstes Ein-fühlungsvermögen im Hinblick auf alpine Architektur und beste funktionelle und formale Gestaltungsfähigkeiten bewiesen.


©feilfoto-axams
7c,jpg
Bauherr - Planung - Bauleitung
Bauherr      Republik Österreich 

Projektleitung
Amt der Tiroler Landesregierung 
Landesbaudirektion, Abt. Hochbau

Vorstand:           Hofrat Dipl.-Ing. Ewald Flir
Projektleiter und 
Örtliche Bauaufsicht: OR.Dipl.-Ing. Dieter Probst
Haustechnik:     Ing. Raimund Kienast
Elektrotechnik:  Ing. Josef Niederacher
Planung:  Arch. Dipl.-Ing. Hans Loch
Innsbruck
Planung Elektrotechnik: Ing.-Büro A3-Jenewein, Aldrans

Zahlen - Daten - Fakten
Baubeginn  Juli 1996 
Gesamtfertigstellung   August 2000
Gesamtbaukosten  ATS 13,800.000.-    (EUR 1,002.885,-)
Nettonutzfläche  1.013,25 m2
Rauminhalt  4.516,90 m3A