40 Jahre
Bergkapelle
Axamer Lizum
1963-2003
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Jubiläumsbericht 2003
Vereinsgeschichte:
Der Bauverein Bergkapelle Axams Lizum wurde am 29. Mai 1962 im Gasthaus Neuwirt mit der Absicht gegründet, in der Axamer Lizum einekleine Kirche oder Kapelle zu errichten.
Diese Idee war damit begründet, dass durch die Erschließung dieses schönen Almgebietes als Schizentrum, konkret für die Austragung deralpinen Bewerbe bei den Olympischen Spielen 1964, Liftanlagen und Gastbetriebe errichtet werden. Aus diesem Grund wären viele Sportler,Urlaubsgäste und sonstige Besuche in der Axamer Lizum zu erwarten.
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Bei der Gründungsversammlung waren folgende Personen anwesend und wurden in den Leitungsausschuss gewählt:
Hochw. Herr Pfarrer Vinzenz Zegg
Bürgermeister Walter Töpfer
Ing. Albert Andergassen : Obmann
Bernhard Falkner : Obmann-Stellvertreter
Dipl.Ing. Herbert Parson : Schriftführer
Karl Leis : Kassier
weiters als Beisitzer: Ing. Alois Sarg, Alois Zeisler und Ernst Steiger
In der nun 41-jährigen Vereinsgeschichte sind einige der Gründer und Funktionsträger verstorben. Es scheint aber erwähnenswert, dass der Nachfolger von Pfarrer Zegg, Dekan Hans Volkmer, durch 30 Jahre, Ing. Herbert Wernig ebenfalls 30 Jahre als Vorstandsmitglieder und Bernhard Falkner sogar 32 Jahre als Obmann-Stellvertreter im Verein aktiv tätig waren.
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Der Vorstand wird jeweils in einer Generalversammlung für 6 Jahre gewählt und setzt sich derzeit aus folgenden Mitgliedern zusammen.
Obmann: Karl Leis seit 1965
Obmann-Stellv.: Pepi Plattner seit 1985
Schriftführer: Johann Sarg seit 1985
Kassier: Alois Wolf seit 1997
Vorstand: Hochw. Pfarrer Paul Kneussl
Herbert Wernig, seit 1973
Im Leitungsausschuss waren noch weitere Personen zeitweise tätig, so Monsignore Dr. Stark, Leiter der bischöflichen Finanzkammer; Oberbaurat Dipl.Arch. Jung; Ing. Vettori, Alt-Bürgermeister Heinrich Apperl und Angelika Winkler. Dem Verein gehören derzeit 50 Mitglieder an, welche durch den jährlichen Mitglieds- und Fördererbeitrag maßgeblich zur Erhaltung und Pflege der Bergkapelle beitragen.
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Die Entstehung der Bergkapelle:
Um ein bauliches Objekt zu errichten, ist ein passendes Grundstück notwendig. Im Falle der Bergkapelle haben die Mehrheitseigentümer des Lizumgebietes, Josef und Gottfried Singer aus Götzens den für die Errichtung erforderlichen Bauplatz kostenlos dem Kapellenbauverein zur Verfügung gestellt.
Die Planung und Bauleitung der Kapelle hat ebenfalls kostenfrei Dipl. Ing. Horst Parson übernommen. Für die moderne Ausführung wurde er in der internationalen Fachpresse gewürdigt.
Nach dem anfänglichen Misstrauen wird die Bergkapelle nun auch von den Einheimischen als schön und in die Berglandschaft passend empfunden.
Die behördliche Baubewilligung wurde mit Datum 6. März 1963 erteilt und dann wurde unverzüglich mit den Ausschreibungen für die Auftragsvergabe begonnen.
Die Fundamente und das Mauerwerk in Stampf- und Sichtbeton wurden von der Firma Spirk , die kühne und aufwendige Dach- und Turmkonstruktion mit Lärchenschindelabdeckung von der bekannten Firma Huter ausgeführt.
Bei beiden Firmen waren Arbeiter aus Axams beschäftigt und damit auch beim Bau der Bergkapelle dabei.
Der Standort der Bergkapelle am westseitigen
Berghang etwas im Hintergrund der Lizum stellte hohe Anforderungen
an die Baufirmen, da keine geeignete Zufahrt zum Transport der Baumaterialien
vorhanden war. Mit großem und anerkennenswertem Einsatz ist es
trotz
der schwierigen Umstände und des ungünstigen Wetterverhältnisse
gelungen, die Kapelle bis Dezember 1964 soweit fertig zu stellen, dass
am 20. Dezember die
Weihe durch Abt Stöger vom Stift
Wilten vorgenommen werden konnte.
Zu diesem Zeitpunkt bestand nur etwas mehr
als ein Rohbau mit Dach und Turm.. In den folgenden Jahren wurde der Fussboden
mit Schieferplatten belegt. Die Stufen zum Altar und der Altarraum selbst
wurde aus Bodenplatten hergestellt, welche von der Firma Wernig aus Steinblöcken
vom Axamer Bachgerinne geschnitten worden sind. Ebenso stammt der Altar
aus einem massiven Steinblock aus dem Axamer Tal.
Der Transport dieser Steinplatten und
des Altarblockes zur Kapelle wurde von Bundesheer-Jungmännern mit
primitivem Gerät durchgeführt. Steinmetzmeister Herbert Wernig
hat in den Jahren 1982 und 1983 die stark verwitterten beidseitigen Flügelmauern
saniert und bestockt. Weiters wurde auch die zweiflügelige Eingangstür
mit Granitpfeilern und Sturz umrahmt und darauf der Schrifttext eingemeißelt
ÑSelig die Frieden stiftenì.
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Als religiöse Ausgestaltung des Altarraumes
hat der Axamer Bildhauer Hans Falkner zwei Holzrelieftafeln mit Christus
als Prediger geschaffen. Zum 25-jährigen Bestehen der Kapelle wurde
1988 die jetzige Turmglocke bei der Firma Grassmayr bestellt und am 16.
Oktober vom Axamer Pfarrer Dekan Hans Volkmer geweiht. Glockenpatin war
Viktoria Singer aus Götzens. 1995 wurden im Kapellenraum ein
Weihwasserbecken und ein Opferstock aus
Kramsacher Marmor aufgestellt. Vor drei Jahren hat die frühere
Wirtin vom Lizumerhof, Frau Ingrid Gaspar, einen schmiedeeisernen Opfertisch
gespendet und im selben Jahr wurde die schöne Marienstatue, geschnitzt
von Hans Falkner, auf der rechten Seite im Altarraum aufgestellt. Schließlich
wurde 2001 der Standplatz der Bergkapelle mit einem Holzzaun umgeben. Bei
diesen
Vorhaben und bei den laufend anfallenden
Erhaltungs- und Pflegemaßnahmen haben Axamer Vereine, wie Bergrettung
und Kameradschaftsbund und viele Mitglieder des Kapellenbauvereines
kostenlos mitgeholfen und damit dazu beigetragen, dass sich die Kapelle
auch nach 40 Jahren in einem würdigen Zustand präsentiert.
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Baukosten und Aufbringung der Mittel:
Wenn auch der Baugrund und die Planungskosten
gewidmet worden sind, so hat die Bauausführung erhebliche Kosten verursacht.
Auf das gleich nach der Gründung des Kapellenbauvereines eröffnete
Bankkonto haben als erste Bgm. Walter Töpfer und der Neuwirt Josef
Bucher jeweils ATS 3.000,-- eingezahlt, was nach dem heutigen Kaufpreiswert
rund ATS 30.000,--, bzw. EUR 2.180,-- ausmachen würde.
Die Diözese Innsbruck, vertreten
durch Msg. Dr. Stark, hat als erste Starthilfe ATS 50.000,-- überwiesen.
Da die Bergkapelle auch als offizielle Olympiakapelle benützt worden
war der damalige Olympiakaplan, Prälat Albuin Jordan, welcher am 17.
Juli 2003 seinen 80. Geburtstag gefeiert hat, bei der Beschaffung
der finanziellen Mittel und als Berater und Vermittler zum Bundesheer dem
Verein sehr behilflich. Da die Baukosten zum Zeitpunkt Jänner 1965
ATS 495.000,-- betrugen, aber nur ATS 175.000,-- durch Spenden und Zuwendungen
aufgebracht werden konnten, mussten ATS 325.000,-- als Darlehen aufgenommen
werden.
In dieser finanziellen Situation waren
alle Aktivitäten darauf ausgerichtet, die entstandenen Bauschulden
samt Zinsen und Spesen sobald als möglich abzudecken. Dazu wurde eine
österreichweite Klassenlotterie mit einer Auflage von 150.000 Losen
inszeniert. Da aber nicht alle Lose verkauft werden konnten, war der Gewinn
nicht so hoch, wie erwartet. Daher blieben auch viele Sachpreise übrig.
Um diese bestmöglich zu verwerten, wurde ein offizieller Glückshafen
durchgeführt und die Glückslose bei mehreren Rennveranstaltungen
und insgesamt bei zehn sonstigen Gelegenheiten verkauft. Bei der Schi-Profi-Weltmeisterschaft
in Seefeld waren 28 Losverkäufer aus der katholischen Jugend, der
Jungbauernschaft und selbstverständlich der Vorstand des Kapellenbauvereines
im Einsatz.
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Ausserdem hat der langgediente Schriftführer des Vereines, Ing. Herbert Parson, ca 2000 Bettelbriefe an Körperschaften, Banken und sonstige Personengruppen verschickt. Und wenn auch diese erbettelten Mittel nicht ausreichten, die Darlehensrückzahlungen aufzubringen, dann ist immer wieder Msg. Dr. Stark, Leiter der bischöflichen Finanzkammer, dem Kapellenbauverein hilfreich zur Seite gestanden.
Die 1985 angeschaffte Turmglocke hat ATS 61.750,-- gekostet. Dieser Betrag wurde zum größten Teil von den Grundeigentümern Franz und Maria Singer, der Agrargemeinschaft Axams und dem Land Tirol spendiert.
Ing. Herbert Parson hat für die Ausstattung der Kapelle viele Arbeiten kostenlos geleistet.
Damit sich die Bergkapelle nach 40 Jahren so gepflegt präsentiert, haben viele freiwillige Helfer, Opferstockspenden und vor allem die langjährigen, treuen Mitglieder des Vereines und dessen Vorstand die Voraussetzungen geschaffen, damit die Bergkapelle Lizum jetzt und in Zukunft ein Ort der Einkehr und der seelischen Rast für viele Wanderer und Besucher ist und sein wird.
In der Betrachtung der Darstellung der Bergpredigt mit den Seligpreisungen und der Gottesmutter als Fürsprecherin mögen viele Menschen Trost und Zuversicht empfangen, womit neben der Ehre Gottes, der eigentliche Zweick für das Bestehen der Kapelle gegeben ist.
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Axams, am 31. Juli 2003 Karl Leis Obmann
Schwarz-weiss Aufnahmen aufgenommen 1964
auf 13x18cm Glasplatten
Farbbilder aufgenommen am 21.06.2003
digital
Texte auszugsweise aus dem Jubileumsbericht vom Juli 2003
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