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ARCHITEKTUR
Das Zollwachgebäude aus der Zwischenkriegszeit, in dem der Posten
Ischgl seit dem Jahr 1950 im Teilbereich einer Wohnung untergebracht war,
steht aufgrund des weitgehend originalen Erhaltungszustandes des äußeren
Erscheinungsbildes unter Denkmalschutz. Die bauliche Umsetzung des dringenden
Erweiterungsbedarfes der Dienststelle erfolgte unter möglichster Schonung
der Fassaden, erforderte allerdings die komplette Umstrukturierung der
räumlichen Funktionen unter Einbezug des vorgegebenen Raumprogrammes
und der baulichen Gegebenheiten.
Die äußere Gestaltung bleibt somit mit Ausnahme des neu-gestalteten
Eingangsbereiches und der Erweiterung der in den Achtziger-Jahren ergänzten
Garage um einen erforderlichen Stellplatz unverändert. Als grundsätzliche
Zielvorgabe für die Raumkonzeption im Inneren wurde die möglichst
weitgehende Befreiung des Bestandes von beengenden räumlichen Bedingungen
unter Berücksichtigung der vorhandenen Raumstrukturen gesehen. In
diesem Sinne und generell im Sinne des Erscheinungs-bildes eines Gendarmeriepostens
für die Nutzer im weitesten Sinn beziehen sich die wesentlichen
Maßnahmen auf die Öffnung der ursprünglichen, geschlossenenGangstruktur
zum Tageslicht, die transparente Gestaltung der Erschließungsflächen,
den Teilabbruch eines Deckenteiles im Bereich des Parteienraumes und in
der klaren Orientierbarkeit im Gebäude.
Als Basis der Realisierung der Bauaufgabe können die Rücksichtnahme
auf die vorhandene Bausubstanz, die Darstellung der Offenheit nach außen
unter Bedacht-nahme auf sicherheitstechnische Aspekte und die Schaffung
der erforderlichen technischen und räumlichen Infrastruktur für
die optimalen Einsatzmöglichkeiten unter schwierigsten äußeren
Bedingungen gelten.
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DER GENDARMERIEPOSTEN ISCHGL
Der 1893 mit einer Stärke von 3 Beamten errichtete Gendarmerieposten
Ischgl sorgt nunmehr mit insgesamt 14 Beamten für die Sicherheit von
Gästen und Bevölkerung in einer der wohl attraktivsten Tourismusregionen
Österreichs. Die erfolgreiche Bearbeitung von jährlich rund 1600
Gerichtsdelikten, 450 Verwaltungsübertretungen, mehr als 70 Alpinunfällen
sowie die Bewältigung außergewöhnlicher Naturereignisse
stellt eine große Herausforderung für Personal, Organisation
und Logistik der Gendarmerie dar. Die Arbeitsbedingungen in der seit 1950
in einer ehemaligen Wohnung des Zollgehöftes befindlichen Unterkunft
konnten aufgrund der Raumnot trotz großer Bemühungen nicht wesentlich
verbessert werden. Erst mit Widmung des gesamten Gebäudes für
Zwecke der Bundesgendarmerie konnte die Realisierung einer auch unter Ausnahmesituationen
funktionierenden, modernen und zukunftsorientierten Sicherheitsdienststelle
ins Auge gefasst werden. Mit tatkräftiger Unterstützung sämtlicher
Beteiligter konnte schließlich ein hochmodernes regionales Exekutivzentrum
mit nahezu autonomer Versorgung geschaffen werden, welches die funktionalen
Zusammenhänge zwischen Abwicklung des Parteienverkehrs, der Leitung
von Einsätzen, Erhebung, Vernehmung, vorläufiger Personenverwahrung
sowie schriftlicher Fallbearbeitung und Bereitschaft in optimaler Weise
unterstützt. Nicht zuletzt deckt sich die trotz Erhaltung bestehender
Gebäudestrukturen geschaffene optische Transparenz hervorragend mit
dem Selbstverständnis der Gendarmerie als offener und verlässlicher
Dienstleistungsbetrieb im Auftrag der Sicherheit. Mit dem neu errichteten
Dienstge-bäude sieht sich die Gendarmerie Ischgl bestens gerüstet
und kommenden Anforder-ungen zuversichtlich entgegen.
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